Liebe Rennsportfreunde
nach dem für uns spannenden Auftakt in Österreich, zog die Truck Race
Gemeinde gleich weiter an den italienischen Urlaubsort Misano an der
Adria. Für uns rund um # 24 hieß es nach dem Motorschaden von Samstag,
sowohl logistisch als auch technisch, den Schaden zu beheben und den
Truck innerhalb von drei Tagen knapp 2500km zu transportieren.
Mit
viel Ehrgeiz und Engagement gelang es dem Tankpool24 Truck Racing Team
schließlich rechtzeitig in das zum Erstaunen aller stark verregnete und
stürmische Misano Fahrerlager einzufahren.
Mein Teamkollege André
und ich waren entsprechend happy und motiviert, sollten uns nasse
Bedingungen doch dichter an das vordere Mittelfeld bringen. Mit 19
Trucks war das Feld auch entsprechend größer und es wurde für die ca.
20.000 enthusiastischen Tifosi abwechslungsreicher, spannender und
actionreicher Truck Sport geboten.
Samstag:
Unter
nassen Bedingungen sollte es mir beinahe das erste mal gelingen in das
Super Pole Quali Training der schnellsten zehn einzuziehen. Gerade
einmal 0,2 Sekunden fehlten mir.
Rennen 1:
Am
Start zum 12 Runden lange Rennen 1 konnte ich direkt von Platz 11 aus
zwei Positionen gut machen und nach hartem aber fairen Kampf gegen
Renaultfahrer Teodosio aus Portugal Platz 10 verteidigen.
Traktionsmangel auf der Hinterachse gestalteten das Fahren zu einer
echten Herausforderung, für mich dennoch optimal, um mit dem
Mercedes-Truck weiter zu verwachsen.
Rennen 2:
Das
zweite Rennen startete ich damit von Platz 10 und konnte auch hier
wieder sofort zwei Plätze gewinnen und mich lange auf Platz 7 bis 8
halten. Nach und nach trocknete es allerdings ab und somit konnte ich
mit meinem auf Regen abgestimmten Truck nur bedingt gegen Ellen Lohr und
den ebenfalls auf MAN fahrenden Franzosen Roubinoux gegenhalten. Platz 9
bescherte dem Team und mir aber nach Rennen 1 erneut Punkte in der
Meisterschaft.
Sonntag:
Das erneute
Zeittraining war leider trocken. Unter diesen Bedingungen wird unser
Entwicklungsrückstand momentan noch sehr deutlich. Nur Platz 14 für mich
und Platz 15 für André.
Rennen 3:
Trotz
allem starteten André und ich ordentlich und konnten uns wieder während
des Rennens zwei Positionen verbessern, gingen aber mit Platz 12 und 13
punktemäßig leer aus...
Das Rennen war trotzdem spannend mit und gegen meinen Teamkollegen zu fahren. So konnten wir unter gleichen Bedingungen mit unterschiedlichen Abstimmungen sehr genau sehen, wer in welchem Sektor die Nase vorn hat. Meine war zum Glück einen Tick länger am Ende.
Rennen 4:
Das letzte Rennen des Wochenendes war
dann nochmal an Dramatik kaum zu überbieten. Zunächst wurde in Runde 2
Gerd Körber auf Iveco umgedreht und vom MAN von René Reinert getroffen.
Rennunfall aber eben auch Rennabbruch. Zu diesem Zeitpunkt war André auf
Platz 12 und ich bin auf 14 nach einem wirklich schlechten Start
zurückgefallen. Ich konnte die Ampel nicht sehen, der Funk für ein
Startsignal war ausgefallen und zu allem Überfluss war das Turboloch
eher ein großes Schwarzes Loch. Da kam alles ungünstig zusammen und
leider sollte sich der schlechte Lauf fortsetzen.
Wegen der
langen Standzeit für den Neustart, sind meine Bremsen nur sehr schlecht
abgekühlt und es kam zu einem Spannungsriss an der vorderen rechten
Bremsscheibe. Temperaturen zwischen 300-400 Grad sind optimal für eine
gute Verzögerung. Hier aber ging die Temperatur nicht mehr unter 500,
was wir nun untersuchen müssen.
In der Einführungsrunde zum
Restart ist mir die Scheibe dann gebrochen und ich musste den Truck
abstellen. André wurde noch auf dem undankbaren 11 Platz abgewinkt,
hatte aber nach einem heftigen Crash um ihn herum noch viel Glück
überhaupt das Rennen zu beenden.
Bleibt mit zu sagen, dass wir
mit dem Samstag sehr zufrieden waren, mit dem Sonntag natürlich eher
nicht. Wir können uns natürlich nicht ständig auf Regen verlassen und
unser Anspruch ist bei allen Bedingungen die Lücke zum starken
Mittelfeld zu schließen und permanent zu punkten. Wenn wir das schaffen,
dann haben wir unser Ziel für 2015 erreicht. Alles andere bleibt Bonus
und es gilt schon jetzt für 2016 Erfahrung, Daten und den einen oder
anderen Achtungserfolg zu sammeln.
Schon in Österreich und einmal
in Misano musste ich zuschauen, kann aber sagen, dass ich mich mehr und
mehr als Truck Race Fan fühle. Ich kann nur jedem empfehlen mal ein
Rennen zu besuchen, da Truck Racing nicht nur als Fahrer Megaspaß
bringt. Die Rennen sind sehr spannend anzuschauen und die Beschleunigung
und Bremsleistung der Race Trucks eher unwirklich erscheinen. Die tolle
Atmosphäre bei den Veranstaltungen; die zahlreichen Fans und die
Zugänglichkeit zu den Aktiven hier ist einzigartig.
Unseren
nächsten Einsatz haben wir beim Jubiläums Truck Grand Prix Nürburgring
vom 26.-28. Juni. Zum 30. Mal wird dann wieder das größte Trucker- und
Countrymusik Fest der Welt mit ca. 200.000 Fans steigen.
Wir freuen uns darauf, sind hochmotiviert und sind gespannt, wen wir dort alles von Euch treffen werden.
Bis dahin alles Gute,
Euer Roland